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Kein Schnee
Die
Weihnachtstage steh`n bevor
und
draußen ist es nochmals grün.
Doch
oben, vor dem Himmelstor,
kann
ich schon Schnellballwolken seh`n.
So
sammeln sich die Krähen nicht.
Der
Wind weht lau und kommt von Süd.
Derweil
mein Kind vom Winter spricht,
zieht
Wehmut leis durch mein Gemüt.
Ich
sitze sinnend in der Stube
und
grüble tief nach dem ZUVOR -
vielleicht
gibt`s Schnee bald in der Tube
und
auf Stanniol den Engelchor.
Die
heil`ge Zeit ist längst dahin.
Der
Mensch erduldet seinen Stress
und
wie die Wolken weiterzieh`n,
sind auch Gedanken nur express.
Die
Oma früher hatte Zeit -
und
Opa saß da noch am Herd.
Doch
heute nun ist es soweit,
dass
keiner sich mehr darum schert.
In
unser`n Herzen schlummert Friede,
der
dann nur keimt, wenn wir gesteh`n,
mit
Konsum aus der Plastiktüte
kann`s
so perfid nicht weitergehn.
Wir
treten die Natur mit Füßen
und
trampeln auf der Saat herum,
als
ob wir täglich ernten müssen
ein
SCHLECHT, GEMEIN und äußerst DUMM.
So
prägt sich jeder Tag zur Bosheit.
Gewalt
in uns und rings umher.
Das
nun ist unsre Wirklichkeit -
nicht
weiß wie Schnee noch schwarz wie Teer.
Die
Herzen lernen nicht mehr lieben.
Gedanken
fliehen uns davon.
Wer
soll denn da noch Stimmung kriegen
auf weihnachtlichen Glockenton?
Ein
Himmelschor bläst alle Tage
sein
Ständchen in die Welt hinein
und
stellt uns damit vor die Frage:
Wann
wird endlich Weihnacht sein?
Die
Schnellballwolken sind es nicht,
spendieren
sie auch ihre Pracht.
So
wie die Krähe nicht verspricht,
dass
ihr Benehmen Winter macht.
Wir
Menschen müssen endlich merken,
dass
Weihnacht auch Besinnung heißt
auf
Werte, nicht auf Pferdestärken,
auf
Macht nicht, sondern guten Geist.
Erzähl`
ich das dann meinem Kinde,
kehrt
Frieden in die Herzen ein
und
wenn ich dabei Ruhe finde,
wird`s auch dem Kind besonders
sein.
Listina Arguso 1999 |